Buchtipp des Monats September 2019

  © Hartmut Fanger: 

Sex, Drugs & Rock’n Roll in der Wendezeit

 

 Gregor Sander: „Alles richtig gemacht“, Penguin-Verlag, München 2019.

Schlimmer könnte es kaum kommen für den Protagonisten Thomas Piepenburg im jüngsten Roman von Gregor Sander: Sein Freund Daniel taucht nach langer Abwesenheit wieder auf; die Frau ist, zusammen mit den gemeinsamen Kindern, auf und davon; und in seinem Beruf als Anwalt sieht es auch nicht gerade rosig aus

Erzählt wird vom Leben in der ehemaligen DDR, sprich von Erinnerungen an Rostock und Berlin, an Zeiten, in denen sich selbst für die noch in einigermaßen gesicherten Verhältnissen lebenden Eltern des Protagnisten das Diktum Kempowskis „Uns geht’s ja noch gold“ nicht mehr aufrecht erhalten ließ. Eindringlich schildert Sander aber auch die Veränderungen, die sich zur Zeit der Wende einstellen. Von der Bedrohung seitens der Neo-Nazis und ihren Schlägern bis hin zu den alltäglichen Fluchten in Drogenrausch,später in Reisen nach Irland oder in die USA, wo das Ganze aufgrund eines Kunstschwindels zeitweilig in einen Krimi mündet. Dazwischen immer wieder Spielarten der Liebe. Von einer Männerfreundschaft, wechselhaften Beziehungen bis hin zur ménage à trois. Schnörkellos und unterhaltsam geschrieben. Der Autor versteht sein Handwerk, arbeitet gekonnt mit Auslassungen, die Spielraum für eigene Interpretationen gewähren. Spannend, dabei mit jeder Menge Überraschungen aufwartend. Etwa wenn die Freunde nach zahlreichen Streitigkeiten immer wieder zusammen kommen, Freund Daniel nach Irland geht und Piepenburg ‚den Traum von Frau’, die Assistentin und wahrscheinlich Geliebte des einstigen DDR-Maffiosi Iwan, wegschnappt, wofür Letzterer schließlich büßt. 

Inwieweit sich am Ende der verheißungsvolle Titel ‚alles richtig gemacht’ tatsächlich erfüllt hat, bleibt offen und erweist sich eher als ironischer, ja fast schon provokanter Tenor. Stellt sich doch von Beginn an die Frage, was daran ‚richtig’ gewesen sein mag, inwieweit Kategorien wie richtig und falsch nicht von vornherein unangemessen sind. Den Leser regt es an, sich über den Roman hinaus, seine eigenen Gedanken zu machen. 

Doch lesen Sie selbst, lesen Sie wohl!

Unser herzlicher Dank für ein Rezensionsexemplar gilt dem Penguin-Verlag 

 Gregor Sander ist auf Lesetour:

Mo. 2.9. Rostock, Thalia Buchhandlung / Mi. 4.9. Oldenburg, Musik- u. Literaturhaus »Wilhelm 13« / Mo. 9.9. Berlin, Kulturbrauerei, Palais, BERLINER BUCHPRÄSENTATION (in Kooperation mit der Georg-Büchner-Buchhandlung) / Fr. 13.9. Leipzig, Literaturhaus / Mi. 18.9. Berlin, Thalia Gesundbrunnen / 17./18./19.10. Frankfurt, Buchmesse (Lesung bei open books am 18.10.) / Di. 22.10. München, Seidlvilla (in Kooperation mit dem Tukan-Kreis) / Do. 24.10.Teistungen, Grenzlandmuseum (i.R. des Göttinger Literatur Herbstes) / Fr. 25.10. Dingelstädt, Schullesung / Do. 31.10. Berlin, Buchhandlung Herschel / Do. 14.11. Schwerin, NDR Reihe „Der Norden liest“ / Mi. 27.11. Köln, Maternus Buchhandlung / Do. 28.11. Nartum, Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop / Mi. 8.1.20 Berlin, Literaturforum im Brecht-Haus / Do. 12.3. Güstrow, Uwe Johnson-Bibliothek

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